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Einleitung

Text und Fotos: Michael Kraft

 

Ein Bekannter von mir hatte früher einmal einen Toyota Bj42 gefahren, nur dachte ich, dass er den Toyo schon lange verkauft hatte. Doch dann habe ich erfahren dass er ihn noch besitzt und schon fast 12 Jahre bei seiner Mutter in der Garage steht.

 

Das war für mich der Anstoß. Ich dachte: denn muss ich haben! Nur habe ich fast ein Jahr gebraucht um ihn zu überreden, mir doch das Auto zu verkaufen. Er sagte immer, er würde ihn selbst wieder herrichten, da er eine gute Zeit und Erinnerungen mit dem Wagen hatte.

 

Aber ich konnte ihn schließlich überzeugen, dass er sowieso keine Zeit habe und er bei mir in guten Händen sei.

 

Und so kam es: ich hatte ihn gekauft und zu mir nach Hause geholt. Dann wurde mir klar, dass ich ab jetzt viel Arbeit vor mir hatte. Naja, dann fing ich an ihn zu zerlegen, und bei jedem Teil das demontiert wurde kam auch immer mehr Rost zum Vorschein, wie auch auf den Bildern zu sehen ist.

 

So wurden die zerlegten Teile erst mal in den Keller gelegt, da ich ja nicht wusste wie lang sich so eine Restauration hinaus zieht.

 

Nun musst die Karosserie vom Rahmen gelöst und abgehoben werden. Jetzt stand da der Rahmen mit Motor und Getriebe. Wobei Motor und Getriebe auch entfernt und erstmal an die Seite gestellt wurden.

 

Als nächstes holte ich mir von einer Verleihfirma einen großen Kompressor, Strahlbehälter und Strahlmittel und machte ich mich ans Werk, Rahmen und Achsen zu Strahlen.

 

Es hat nach viel Arbeit ausgesehen, aber es ging ganz gut. Besser als ich dachte.

 

Dann habe ich mir von einer Fahrzeugbaufirma 2 kg Grundierung und 2 kg Lack (womit die LKW-Rahmen behandelt werden) besorgt und angefangen, den Rahmen zu lackieren. Nach 3 Schichten Grund und 2 Schichten Lack sah der Unterbau wieder richtig gut aus. Als nächstes wurden alle Leitungen gespült, die durchgerosteten habe ich ausgetauscht. Bei diesem Arbeitsgang habe ich die Stoßdämpfer und den Lenkungsdämpfer gegen neue ersetzt.

 

Jetzt kam der Motor und Getriebe an die Reihe. Den Motor  habe ich von Außen gereinigt, vom Rost befreit und mit neuer Farbe versehen.

 

Getriebe und Verteilergetriebe wurden mit einer kleinen Handstrahlpistole gestrahlt und Farblich angepasst. Als alles wieder schön sauber und lackiert war, wurden die Teile wieder in den fast neuen Rahmen eingebaut. Das ganze wurde dann mit einer Plane abgedeckt und erst mal an die Seite gestellt.

 

Dann machte ich mich an die Karosserie, die habe ich erst mal auf die Seite gelegt, damit ich gleich von beiden Seiten daran Arbeiten konnte.

 

Mit einer großen Flex habe ich erst einmal auf der Fahrerseite von vorne bis hinten alle durchgerosteten Stellen heraus getrennt, die linke Seite habe ich bewusst noch so gelassen um später beim einschweißen der neuen Bleche (die ich alle selbst angefertigt habe) immer ein Muster der Beifahrerseite zu haben.

 

Dann wurde die Karosserie auf die Fahrerseite gedreht und wieder alles herausgetrennt und wieder neu eingeschweißt.

 

Als das geschafft war gab es eine komplette Fertan-Behandlung am Oberbau. Nach etwa 3 Tagen habe ich die Karosse abgewaschen, getrocknet und grundiert.

 

Nachdem das soweit war, habe ich neue Gummilager auf den Rahmen gelegt und die Karosse wieder auf den Unterbau gehoben, ausgerichtet und verschraubt.

 

Jetzt habe ich die vorderen Kotflügel, die Frontpartie und die Haube entrostet, teilweise auch durchgerostete Stellen herausgeschnitten und neu eingeschweißt. Dann die Teile mit Fertan behandelt, nach 2 Tagen abgewaschen und grundiert. Wobei ich diese Teile auch gleich von der Innenseite mit dem gleichen Lack versehen habe, womit auch der Rahmen und der Unter Boden der Karosse lackiert wurden. Nachdem alles getrocknet war, wurden alles am Vorderbau verschraubt.

 

Durch die vielen Schweißarbeiten hat es natürlich hier und da eine Beule oder eine Welle gegeben die jetzt mit Spachtelmasse ausgebessert werden mussten. So ganz ohne zu Spachteln ging es dann doch nicht.

 

Als dann alle Unebenheiten beseitigt waren trug ich eine Schicht Spritzspachtel und 2 Schichten Füller auf. Jetzt sah der Toyo schon richtig gut aus.

 

Nun stand der Toyo für fast eine Woche in der Garage, ohne ich was daran gemacht habe, da ich mir noch nicht ganz sicher war welche Farbe er bekommen soll.

 

Doch dank meiner Frau war es auch schnell geklärt. Wir haben uns dann für Schwarz Metallic mit einem stumpfen Klarlack entschieden, was bestimmt auch nicht jeder hatte und würde mit etwas Aluminium und Chrom bestimmt ganz gut aussehen.

 

Gesagt und getan, die Farbe stand dem Toyo sogar sehr gut.

 

Jetzt wurde Motor und Elektrik angeschlossen und alles verkabelt.

 

Als die Dieselleitung entlüftet war, ist es auch schon soweit gewesen und stand kurz vor den ersten Start.

 

Doch bevor ich den ersten Startversuch wagte habe ich noch das Motoröl abgelassen, ihn gespült und gegen neues Öl ausgetauscht da dies ja schon 12 Jahre im Motor war.

 

Wasser in den Kühler und jetzt war es soweit. Als ich vorgeglüht hatte und den Zündschlüssel dann durchgedreht ist er erstaunlicherweise sofort angesprungen und einwandfrei rundgelaufen.

 

Jetzt ist unser "Schätzchen" fertig und wir werden bestimmt viele Jahre mit ihm Spass haben!

 

 

 

 

 

 

 
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