2L-T: Austausch der Kupferwinkel am Anlasser-Magnetschalter
Text & Fotos: Gerhard Epple
Vor Beginn der Arbeit: Batterie(n) abklemmen, Plus-Pole abdecken, Fahrzeug links vorne anheben, Rad demontieren und das angehobene Fahrzeug gut sichern. Arbeit unter dem Auto ist notwendig.

Die untere Schraube ist, nach Abnahme des Rades und Entfernung des Gummi-Spritzschutzes im Radkasten, aus dem Radkasten erreichbar. Kontermutter muß gegengehalten werden. Die obere Schraube ist komplizierter, weil schlecht erreichbar, sie kann am ehesten mit einer Ratsche mit Verlängerung von der Getriebeoberseite her gelöst werden, wenn man es schafft, diese anzusetzen. Dafür gibt’s keine Kontermutter, das Gewinde sitzt im Anlassergehäuse. Einfacher geht’s jedenfalls zu zweit, wenn jemand vom Motorraum aus beim Ansetzen der 17er-Nuß behilflich ist. Zwischen Getriebe und Getriebetunnel ist Platz, um mit der Ratsche von unten zu arbeiten. Vom Motorraum ist es fast unmöglich, weil über der Schraube die Wasserschläuche für die Heizung und eine Menge Elektrik verlaufen, und daher wenig Platz ist.

Da war die Abstützung des Anlassers befestigt. Muß als erstes entfernt werden. Der Schlauch rechts ist die Kupplungsbetätigung. Falls jemand wissen will, was die hellbraunen Flecken am Metall sind: Fragt den Netzmeister, der kennt sich da aus... ;-)

Anlassergehäuse, vorne das Ritzel, in das der E-Motor eingreift, hinten der geöffnete Magnetschalter. Es ist nicht notwendig, den Motor zu demontieren, wie das hier zu sehen ist, zumal dessen Auseinander- und Zusammenbau schwierig ist. Wenn man es tut, kann man den Kommutator reinigen und die Kohlen kontrollieren, aber beim Abnehmen des Motorgehäuses sollte man keinesfalls den Sicherungsstift verlieren, der zwischen Motorgehäuse und Magnetschalter-Zusammenbau eingelegt wird. Die Aufnahme für den Sicherungsstift ist am Motorflansch erkennbar – links, ein Stück oberhalb des Bakelit-Stückes, das auf der Schraubstockbacke liegt.

Magnetschalter – Innenansicht. Links der alte, eingebrannte Kupferwinkel, rechts der bereits getauschte, neue Kupferwinkel. Beim Öffnen des Deckels können Federn verloren gehen, also Vorsicht. Außerdem: Achtung auf die Kugel, die ganz unten in der Laufbuchse (Mitte, Loch) liegt (solche Dinger wollen immer unter die Werkbank, wos ganz finster und dreckig ist, sobald sie Licht sehen).

Noch eine Ansicht von der dem Motorblock zugewandten Seite, man erkennt vorne am Magnetschalter (siehe auch voriges Bild) einen Messinganschluß, da kommt das Betätigungskabel dran. Über die beiden Kupferschrauben geht der Saft für den Motor.
Zum Schluß:
Heißen Dank an Martin Többen. Ich schätze die Leistungen unseres österreichischen Generalimporteurs in vielerlei Hinsicht, etwa bei der Erstellung von Freigaben, Unbedenklichkeitserklärungen, der Weitergabe von Reparaturtipps, der Recherche. Aber beim Rep-Satz für den Anlasser waren die Burschen ratlos und meinten, ausbauen, herkommen, und mit dem alten Zeug könnte man das neue Zeug herausfinden.
Martin Többen wußte auf Anhieb, nur unter Angabe der Motornummer, welcher Reparatursatz der richtige wäre und sandte das Ganze per Post in wenigen Tagen zu.






