Geocar-Kabine auf dem Hilux
Text und Fotos: Walter Marchhart

Mit unserem Hilux bereisten wir Griechenland, Sardinien, Norwegen, Slowenien, Tunesien und im Jahr 2002 Schweden.
Nach unserem Schwedenurlaub im Jahr 2002 sollte der HILUX nun auf ein voll geländegängiges Allrad-Reisemobil umgebaut werden. Die Pritsche, das Aluhardtop, die Stoßstangen und das Dachzelt wurden verkauft.

Nun ging es daran, den Rest vom HILUX zu restaurieren:
Der hintere Teil des Rahmens wurde mittels diverser Drahtbürsten (Bohrmaschine, Einhandwinkelschleifer und händisch) vom, Toyota sei Dank, oberflächlichen Rost entfernt. Dieser trat eigentlich nur an den Schweißstellen und im Verbindungsrohr (wo der Tank aufgehängt ist) auf. Anschließend wurde der Rahmen noch mit Aceton entfettet. Dann folgten 2 - 3 Anstriche mit Brunox Epoxi. Nach der vollständigen Durchhärtung kamen 2 - 3 Schichten schwarzer Farbe auf das Metall. Zu guter Letzt noch eine Schicht Wachs, das mit dem Heißluftföhn in alle Ritzen geblasen wurde.

Verzinkte Anhängevorrichtung

Überholter Rahmen
Die Anbauteile der Anhängevorrichtung wurden ebenfalls blank geschliffen und dann feuerverzinkt.
Der Originaltank war ruck zuck ausgebaut. Die hintere Tankaufhängung muss für den Long Ranger Tank um ca. 3 cm nach hinten gebogen werden. Dies ist normal nur mit roher Gewalt möglich. Da ich aber alles frei liegend hatte, wurde das Halteblech mit dem Winkelschleifer eingeschnitten, zurückgebogen und wieder verschweißt und danach wie oben gegen Rost konserviert.

Long Ranger-Tank
Der Long Ranger Tank wurde ebenfalls mit Brunox grundiert und 2 x mit Farbe gestrichen. Der Einbau gestaltete sich problemlos (Kardanwelle muss entfernt werden). Einziges Problem ist das Handbremsseil. Dies wird normalerweise etwas zu kurz. Ich habe es an der vorderen Befestigungsstelle möglichst weit zurückgeschraubt und hinten an der Achse, die beiden Seile, die zu den Bremsen gehen, angepasst.
Alle Aufhängungsbuchsen sind durch neue ersetzt worden. Alle Dämpfer sind ebenfalls erneuert worden (incl. Lenkungsdämpfer).
Die hinteren Blattfedern habe ich ausgebaut, zerlegt, gereinigt, mit Brunox außen bestrichen und mit Eisenbahn - Grafitfett geschmiert. Mit dem Erfolg, dass die einzelnen Federnblätter so gut auf einander gleiten, dass der Hilux ohne Beladung am Anschlag der Dämpfer war (darum der Gurt auf den Fotos).
Die gesamte Mechanik der hinteren Bremsen wurde zerlegt, gereinigt, gängig gemacht und neu konserviert.

Überholte Bremsanlage hinten
Da sich eine Änderung der Gesetzeslage Punkto Geländewagenstoßstange abzeichnet, bin ich von meinem Plan, einen Rammschutz mit integrierter Seilwindenhalterung zu bauen abgekommen. Nach langem tüfteln bin ich zu folgender Lösung gekommen:
Der obere Teil der Originalstoßstange wird verwendet, aber um ca. 8 cm nach vorne gesetzt. Der untere Teil wird durch eine selbst konstruierte Seilwindenhalterung für meine WARN 9000 i ersetzt. Die neue Halterung hat ca. 9 kg im Gegensatz zu 51 kg der alten Stoßstange (beides ohne Winde!). Der Wagen wird mit der adaptierten original Stoßstange nun typisiert.

Stoßstange alt

Stoßstange neu
Im Herbst konnte ich günstig einen 10 fach CD-Wechsler zu meinem Sony MD Radio erstehen, den ich hinter der Rücksitzbank montierte. Da ich nur zwei Lautsprecher vorne verwende, habe ich vor die "Rear" Lautsprecher in der Wohnkabine zu verwenden. Die Fernsteuerung des Autoradios verlege ich ebenfalls nach hinten. Somit kann ich den Radio von der Wohnkabine aus vollständig bedienen. Die Verbindung zwischen Fahrzeug und Kabine erfolgt über Militärsteckverbindungen.
Der Kühler zeigte auch schon einige Verschleißerscheinungen (Lamellen waren teilweise verbogen und zu, somit konnte nicht der volle Fahrtwind durch den Kühler). Der neue original Toyota Kühler dürfte irgendwo Gold eingearbeitet haben. Mit dem Kühler wurde auch die Wasserpumpe getauscht.
Zwischenzeitlich ergab sich ein Reifenangebot (Bridgestone 235/85-16) das ich nicht ablehnen konnte. Da meine MT Reifen schon am Ende ihrer Lebensdauer waren, schlug ich zu. Bei der Fahrzeugüberstellung zu Geocar im Schneematsch, war ich mehr als positiv von den Schneequalitäten des Reifens überrascht.
Da ich mit meinen Sanierungsarbeiten rascher als geplant fertig wurde, habe ich noch den Kabinenrahmen gemacht (aus 80x40 und 40x40 Profileisen). Dieser Rahmen wurde ebenfalls feuerverzinkt. Die Verbindung mit dem HILUX erfolgt über 6 Stk. Schwingmetalle.

Hilfsrahmen für die Kabine
Zu guter Letzt habe ich dann noch den Safari Turbo ausgebaut. Dieser wurde im Februar von der Fa. Turbo Twins gewartet. Kostet ca. 800€ und ist nach ca. 200.000 km empfehlenswert. Bei dieser Überholung wurde das Lager und das Kompressorrad getauscht und alles neu gewuchtet. Ohne Turbo muss ich mich auf der Straße mit den Mopedautos matchen - traurige Sache!
Mitte Jänner 2003 wurde der HILUX nach Guntramsdorf zu GEOCAR überstellt.
Ende Juni war es dann endlich so weit, ich holte nach einigen langen, intensiven Arbeitstagen bei Geocar, das Auto ab. Details bezüglich meiner Erfahrungen mit Geocar werden hier nicht veröffentlicht.
Etwas Mühsam war noch die Typisierung des Ganzen. Es artete zu einer regelrechten Zettelschlacht aus (Bestätigung da, Freigabe dort, Messprotokoll hier, usw, usw). Doch auch dies ist nun auch vollbracht!

Hilux mit leerer Schale

Einen Schritt weiter...

Rohe Möbel rechts

Heckansicht
Mittlerweile sind wir aber richtig happy mit dem Aufbau!








