Workshop Achse abdichten - Folge 1
Fotos: Steffen Klein, Text: Wolfgang Jung
Der Zahn der Zeit nagt an so mancher Cruiserachse, spätestens beim Austreten von Achsöl an den Innenseiten der Achsschenkel kommt man an einer Überholung nicht vorbei.
Diese Serie erhebt keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit, wir haben uns redlich bemüht, jeden Schritt im Foto festzuhalten.
Die Arbeitsabläufe sind so ausgeführt, wie wir sie als optimal ansehen; sicherlich gibt es da andere Meinungen, aber mit Hilfe dieses Berichts sollte jeder mittelmäßig begabte Schrauber in der Lage sein, diese Überholung selbst durchzuführen.
Das benötigte Material:
![]() | 1 Vorderachsdichtsatz komplett, mit allen Dichtungen und Simmerringen, wie er im einschlägigen Handel zu erwerben ist. |
![]() | 4 Achsschenkellager, die nicht die Welt kosten und die man bei dieser Arbeit gleich mit ersetzen sollte. |
![]() | 2 Bronzebuchsen, die in die Achsschenkelrohre eingepresst werden. Wenn man diese nicht mit ersetzt, wird man an den neuen Simmerringen keine lange Freude haben. |
![]() | ca. 1 Kg Lithium - Mehrzweckfett mit MOS-2 |
![]() | 2 Sätze Radlager, je nach Zustand der alten Lager kann man sie ersetzen. |
![]() | entsprechendes Werkzeug, wobei die 55er Nuss das herausragenste darstellt... |
Begonnen wird mit dem Abbau des Deckels der Freilaunabe, die vorher auf "Free" zu stellen ist.
Den Sprengring auf der Achse kann man vermittels 2 Schraubenzieher oder mit einer entsprechend abgeflachten, öffnenden Segeringzange entfernen.
Jetzt wird das eigentliche Gehäuse der Freilaufnabe entfernt. Die konischen Hülsen hinter den Muttern entfernt man am Besten mit gezielten Schlägen auf den runden Flansch des Gehäuses. Ein untergelegtes Alublech in einer Stärke von mindestens 2 Millimeter verhindert übrigens jegliche Spuren dieser Aktion.
Zwischendurch immer wieder einen kleinen Schraubendreher in die Nuten der konischen Hülsen eintreiben, sodaß sie sich aufweiten.
Anschließend kann man nach Entfernen aller Hülsen das Freilaufnabengehäuse abnehmen.
Das Sicherungsblech wird aufgebogen.
Jetzt kommt die 55er Nuss zum Einsatz:
Die äußere Mutter wird abgeschraubt.
Das Sicherungsblech kann entfernt werden.
Die hintere Mutter wird abgeschraubt.
Der Bremssattel wird an den 2 Befestigungsschrauben gelöst und leicht zur Seite angehoben. Bitte hier sehr vorsichtig mit der Bremsleitung sein, nicht weiter als nötig biegen!!
Die Bremsscheibe kann entfernt werden.
Die Anlaufscheibe und das äußere Radlager können herausgenommen werden.
Die Schrauben auf dem Abdeckblech werden entfernt.
Das Abdeckblech kann jetzt entfernt werden. Die Lenkung dabei leicht einschlagen, da ansonsten der Bremsschlauch zu kurz ist. Hier wieder sehr vorsichtig mit den Bremsleitungen umgehen. Jetzt sollte man einen Draht, mit dem man das Blech abhängt, bereithalten.
Am sichersten wäre es natürlich, die Bremsleitungen abzuschrauben...
Ein leichter Schlag mit dem Gummihammer löst das Achsführungsrohr, in dem auch die Bronzebuchse sitzt.
Das Birfieldgelenk mit den abgeflachten Seiten nach oben und unten drehen, schon kann die Achswelle gezogen werden.
Bitte hierbei vorsichtig mit dem Birfield umgehen und Schläge vermeiden.
Bei dieser Gelegenheit unbedingt die Lagerfläche der Antriebswelle auf Riefen kontrollieren.
Eine untergestellte Schale verhindert übrigens diese endlose Sauerei auf dem Boden...




