home >>
Direktlink FORUM | KONTAKT | Suche | Partner |
SITE INFO
* NEWS-ARCHIV *
Buschtaxi intern
FAHRZEUGE
Das "Buschtaxi"
Historie & Daten
Fahrzeugbilder
Fahrberichte
Land Cruiser J4
Land Cruiser J5
Land Cruiser J6
Land Cruiser J7
Land Cruiser J8
Land Cruiser J9
Land Cruiser J10
Land Cruiser J12
Land Cruiser J15
Land Cruiser J20
Mega Cruiser
HiLux / 4Runner
Bandeirante
TECHNIK
Allgemein
Achsen
Getriebe
Motoren
Fahrwerk
Restauration
Reifen
Zubehör
Ersatzteile
Tabellen & Rechner
REISEN
Berichte & Bilder
Live-Berichte
Lesenswert
Vorbereitung
Veranstalter
Reisepartnerbörse
Postkarten-Aktion
AUSRÜSTUNG
Ausrüstung allgemein
Navigation
Kommunikation
Produkt-Tests
Sonderaktionen
INTERAKTIV
* FORUM *
Forums-Auswahl
* CHAT *
Gimmicks
Spiel & Spaß
VERANSTALTUNGEN
Veranstaltungs-Blog
KALENDER
Stammtische
Berichte
BUSCHTAXI-TREFFEN
Abenteuer & Allrad
LINKS
Partner
Buch / Film / Musik
MARKTPLATZ
Fahrzeuge: Land Cruiser
Reifen & Felgen
Teile & Zubehör
Divers
Anzeige hinzufügen
Anzeigen bearbeiten
Anzeige löschen
SHOP
Werkstatt-Handbücher
SPENDE
 
2006-01-21
Live-Special: Bina & Jochen in Afrika
Bina und Jochen in Afrika: Teil 6

Sie sitzen in Südafrika und berichten von Botswana...

Hallo, ihr Lieben, zum ersten Mal im Jahre 2006!

 

Es wird höchste Zeit zu schreiben, weil wir schon in Südafrika, genauer sogar schon an der Küste des indischen Ozeans sind und dementsprechend dringend einen Bericht von Botswana übersenden sollten! Und dieses Land verdient es absolut lobend erwähnt zu werden!

 

Aber zuerst noch der "Weihnachtsbericht": Am heiligen Abend fanden wir ein nettes Camp, geleitet von einem ehemals holländischen Paar, die für den Abend ein Buffet anboten. Und wenn schonmal das Essen gesichert ist,... Wir richteten uns also mittags schon ein. Gegen Nachmittag allerdings, als meine Lieben zu Haus so zur Kinderchristmette aufbrachen, überkam es mich denn doch ein bisschen. Jochen hat das dann sehr professionell mit geschickter Befragung geregelt, wo wir es denn besser hätten, was uns hier fehle usw., dass "der Anfall" nach 20 min vorbei war. Ich telefonierte dann noch mit Uta und den Kindern, wobei Karla mit 5 Jahren meinte: Das hättest du dir dann vorher überlegen müssen, wenn du jetzt gerne hier bei uns wärst! Puh, Recht hatte sie! Aber trotzdem war der Abend dann nett, mit sehr verschiedenen Leuten, Entwicklungshelfern, einem verrückten Ami mit noch verrückterem Hund und noch ein paar anderen Leuten.

 

In Lusaka, der sambischen Hauptstadt, flanierten die Leute dann am 1. Weihnachtstag an den Schaufenstern herum, ansonsten war dann auch nicht mehr viel von Weihnachten zu spüren. Die nächste "Attraktion", die auf uns wartete, waren die Victoria-Falls, oder wie "Insider" sagen, die "Vic-Falls" (!). Zu dieser Zeit, wo die Regenzeit gerade erst beginnt, führten sie zwar nicht die Wahnsinnsmenge an Wasser, trotzdem fanden wir sie sehr beeindruckend! Vielleicht auch deshalb, weil sie uns klarmachten, wie weit wir schon in Afrika herumgekommen waren. Auf die simbabwische Seite verzichteten wir, weil wir Visa und Eintritt und alles hätten zahlen müssen, was diesem schlimmen Regime letztendlich wieder zugute gekommen wäre. Auch wenn unsere paar Euro den Kohl nicht mehr fett gemacht hätten!

 

So reisten wir denn nach Botswana ein. Zum ersten Mal machte eine Grenzstation auf uns einen arroganten Eindruck. Im Nachhinein gehen wir davon aus, dass sie (alles Schwarze) uns für "eine Art Südafrikaner" hielten, die die Schwarzen oft ziemlich herablassend behandeln (wie wir später feststellten). Die Fähre über den Sambesi, die einen direkt an der Grenze nach Botswana bringt, verblüffte uns, weil alle Passagiere aussteigen müssen. Nur der Fahrer darf im Fahrzeug bleiben. Ist man am anderen Ufer angekommen, darf man auf sicherem Grund wieder einsteigen. Die Verantwortlichen wollen so große Menschenverluste beim Untergang des Schiffs verhindern, auf die paar Fahrer muss man dann eben verzichten, aber alle Passagiere können in dem Fall ja denn schwimmen! Auch war lustig, wie Jochen, als der Fahrer, dann gefragt wurde, wohin es denn ginge. Jochen überlegte, weil ihm der Name der nächsten Stadt nicht einfiel, nannte er dann "Botswana", womit der gute Mann zufrieden war und es in seine Liste eintrug. Das ließ für uns den Schluss zu, dass die Fähre vielleicht abgebogen wäre, wenn wir "Hawaii" oder so gesagt hätten!

 

Unsere nächste Station war dann der Chobe-Nationalpark. Nachdem wir unsere Pirschfaht am Morgen wie alle anderen auch am Fluss entlang begonnen hatten, wurde es uns zu langweilig, weil die Tiere, wie man im Reiseführer lesen konnte, nach Süden abwandern, wenn die Regenzeit beginnt. Also "wanderten" wir hinterher. Den kleinen Hinweis, dass diese östliche Route nach Süden und dann nach Westen in der Regenzeit nicht befahrbar ist, überlasen wir. Das Buschtaxi wird's schon schaffen. Als wir so auf der Mitte der Pistenstrecke waren (die "Tierrechnung" ging auch auf!), sahen wir doch ganz schön schwarze, drohende Wolken vor uns. Na ja, jetzt mussten wir da durch.

 

An einem Flussbett ging es lange Zeit entlang, wo wir z.T. schon weite Ausspülungen umfahren mussten, da Regenfälle die Piste schon ein wenig weggewaschen hatten. Joi gab alles, wir waren gut rallyemäßig unterwegs, immer mit der "schwarzen Bedrohung" vor uns. Ich schaltete alle verfügbaren Karten im Rechner durch, um vielleicht doch noch eine Piste zu finden, die uns einfacher nach Westen gebracht hätte. Aber nichts, diese Piste sollte es sein! Irgendwann ließ der Himmel dann alle Zurückhaltung fallen und es goss wie verrückt. Ruck zuck waren die Sandspuren über weite Strecken nicht mehr zu sehen und wir fuhren z.T. nur noch nach der Spur, die uns "Tracks for Africa" im GPS vorgab. Diese Passagen wären auch locker mit einem Boot zu bezwingen gewesen. Aber unser Buschtaxi beschwerte sich nicht und gab zu verstehen, dass er auch für "Schiffswege" geeignet ist! Immer wieder öffnete sich der Wald und wir mussten Wiesenpfannen queren, die wir dann aber besser umrundeten, weil sie jetzt zu Seen geworden waren. Abends waren wir extrem froh, am Camp im Westen des Parks angekommen zu sein.

 

Die ganze Nacht hindurch regnete es weiter, was dazu führte, dass auch die Hauptpiste nach Süden aus dem Chobe heraus, ein Wasserweg wurde. Gegen Mittag errichten wir das Gate und kurz dahinter "fanden" wir zwei Pickups und ein Buschtaxi. Das Buschtaxi zog immer abwechselnd die Pickups aus dem Schlamm. Als wir ankamen, änderte sich die Strategie, die Schweizer im BT hängten sich den Mazda mit Amis an und wir übernahmen den - ich muss es sagen - Hilux mit Dagmar und Carsten aus Deutschland. Die beiden hatten das Auto (zur Entschuldigung: mittlerweile hat der Hilux vorne Einzelradaufhängung, außerdem sehr ungeeignete Reifen für den Zweck!) gemietet und waren schon ziemlich angenervt, weil sie sich den Urlaub eigentlich anders vorgestellt hatten. Carsten: "Manche Sachen mache ich nicht freiwillig - und das hier ist grenzwertig!" Aber er musste dadurch. Jetzt ging es aber besser, so am Strick! Wir zogen die beiden km um km durch den Schlamm - das Buschtaxi pflügte trotz Gepäck und Auto im Schlepp wie ein Dampfross durch Wasser und Schlamm, Wahnsinn, dieses Auto! Ebenso der Schweizer! Abends gab es dann ein sehr leckeres gemeinsames Steakessen im wunderbaren Audi-Camp in Maun.

 

Maun ist ein sehr gutes Ausgangslager für weitere Unternehmungen in Botswana. Von hier kann man alle "Highlights" in Mehrtagesausflügen sehr gut erreichen. Bevor wir aber wieder loszogen zu neuen Abenteuern, wuschen wir das gute Buschtaxi ausgiebig, zerlegten die Trommelbremsen und spendierten dem Kompressor neues Öl. Wasserfahrten fügen einem Auto doch Leid zu, auch wenn es ein Toyota ist! Da lob ich mir doch den trockenen Sand der Sahara!

 

So, unser nächster Ausflug galt der Kalahari. Ich schreibe absichtlich nicht "Wüste", weil der allergrößte Teil in der Regenzeit absolut grün ist. Überhaupt waren wir sehr überrascht, dass die Kalahari so groß ist! Sie zieht sich quer durch ganz Botswana bis nach Namibia und Südafrika hinein. Die Zentralkalahari liegt mitten in Botswana und ist als Nationalpark deklariert. Die schauten wir uns zuerst an. Es blühten unzählige Blumen auf dem vom Regen belebten Sand. Auch Tiere, vorwiegend Oryx-Antilopen und Springböcke gab es zu Hauf. Was uns sehr gut gefiel, war die Einsamkeit, die wir z.B. an einer Salzpfanne zu Sylvester genossen. Wasser gibt es an den Campsites nicht, nur ein Plumpsklo und einen aufgehängten "Spezialeimer", in den man sein mitgebrachtes Wasser zum Duschen einfüllen kann. Brauchten wir aber nicht, weil unser Bester ja nun über eine Außendusche verfügt. Nach zwei Nächten Buschcamping kehrten wir dann nach Maun ins Steakparadies zurück.

 

Als nächstes ging es nach Nordwesten zur Drotzky-Cave, einer Tropfsteinhöhle mitten im "Niemandsland", deren Eingang nur durch ein Schild kenntlich gemacht ist. Ansonsten gibt es keinerlei "Infrastruktur". Also kletterten wir mit Strahler und Kopflampen über Steine und durch Gebüsch hinein. Drinnen tastet man sich dann an einer Nylonschnur entlang, um sich nicht zu verlaufen. Als es dann ans "Verkriechen" ging, kehrten wir um. Ein sehr beeindruckendes Erlebnis, wenn man die "touristisch ausgeschlachteten" Höhlen Europas gewöhnt ist! Und wieder ging es nach 2 Tagen zurück nach Maun, wo wir abends, ihr wisst es sicher schon, Steak aßen...

 

Nördlich Mauns liegt das berühmte Okawango-Delta. Da das Buschtaxi nun schon Wasser genug gesehen hatte, überkreisten wir die Sümpfe mit einer Cessna. Auch das war sehr beeindruckend, vor allem, wie klein die sonst so großen Tiere, wie Elefanten und Giraffen plötzlich erschienen! Nur musste ich mich wieder ziemlich bemühen, meinen Gleichgewichtssinn im Zaum zu halten. Jochen hatte dadurch auch Stress, weil er immer kucken musste, ob mir schon die Schweißperlen im grünen Gesicht stünden. Taten sie aber nicht, es ging einigermaßen. Nach einem letzten Steak (grins), verabschiedeten wir uns dann von Maun und fuhren auf dem endlosen Trans Kalahari Highway (ein echter highway) nach Süden. Der letzte Besuch der Kalahari galt dem trockensten Teil im Südwesten Botswanas: wunderbar, weil sehr "saharig".

 

Wieder hatten wir die absolute Einsamkeit. An einem Wasserloch im ausgetrockneten Flussbett beobachteten wir sehr ausgiebig eine Gepardenmutter mit ihren vier Jungen - toll! Je weiter wir dann wieder nach Osten fuhren, durch Tiefsandpisten und über Dünchen (!), desto grüner wurde es. Auf dem Highway ging es dann Richtung Grenze Südafrika. Nach so viel Buschcamping nahmen wir uns in der letzten botswanischen Stadt ein - Hotel! Ich hatte Geburtstag und mir das gewünscht. Dort hatten sie neben der Toilette sogar ein Ding, in das man heißes Wasser füllen konnte, so groß, dass man, wenn es voll war, komplett hineinpasste! Gigantisch! Also, ich hab es sehr genossen, in einem Haus zu wohnen, und ich glaube, Jochen auch, obwohl er meinte, dass er nichts vermisse, wenn er im Buschtaxi schliefe.

 

Ja, jetzt sind wir in Südafrika! In Pretoria verlebten wir 4 Tage, die wir mit Besorgungen komplizierter Dinge wie Luft- und Hydraulikanschlüssen verbrachten. Dabei besuchten wir auch eine Art SA - Obi. Da überfiel denn auch den Jochen der Kaufrausch, so dass er sich echt bremsen musste, ob eines solchen Angebots von Gewindeschneidern, Ladegräten, Spanngurten usw. Die Stimmung in der Stadt gefiel uns nicht sonderlich, jeder dort scheint ein ziemlicher Einzelkämpfer zu sein, wohl weil das Leben sehr hart ist und es viele Arbeitslose gibt. Zur Einstimmung auf die daraus resultierenden kriminellen Zustände hing schon neben dem Eingang zum Campplatz ein Schild mit einer durchgestrichenen Pistole. Darunter "No arms allowed". Als ich an der Rezeption danach fragte, war die gute Frau ganz verschreckt und sagte nochmal, wenn wir eine Feuerwaffe mithätten, sollte ich das doch bitte sagen! Ich versicherte ihr, dass wir keine hätten und sie beruhigte sich wieder. Auf dem Platz denn, waren wir von 2 Seiten von echten "Vollasis" umgeben, die den ganzen Tag soffen, dann reiherten oder sich prügelten. Gottseidank waren jeweils 40 m dazwischen. Alle Südafrikaner sind jedoch nicht so!!! Bislang sind alle freundlich, die Schwarzen sind größtenteils ziemlich unterwürfig: Ja Mam! höre ich ständig. Es braucht wohl noch eine Zeit, bis die Apartheidsfolgen ausgewachsen sind.

 

Durch sehr schöne abwechslungreiche Landschaften sind wir nun in den letzten Tagen nach Süden gedüst. Auf den guten Straßen hier ist das auch kein Problem! Lesotho - das Königreich inmitten Südafrikas - haben wir durchquert mit grandioser Landschaft und freundlichen Menschen, leider aber auch mit handaufhaltenden Kindern. Jetzt sitzen wir am indischen Ozean auf einem belebten Campingplatz nach der Nord-Süd-Durchquerung Südafrikas. In diesem Land findet man wohl auf jedem Camp Badewannen - welch ein Luxus! Auch mit Einkaufs- und Essensmöglichkeiten ist man hier bestens bedient. Der reine Luxus!

 

Wir wollen morgen weiter Richtung Kapstadt, dem südlichsten Punkt unserer Reise. Was danach kommt, wissen wir noch nicht genau. Am liebsten möchten wir an der Westküste bis nach Europa fahren, aber ob das sicher genug ist? In Kongo sind im Mai Wahlen - wir hoffen Leute zu treffen, die gerade von Norden gekommen sind. Vielleicht könnten wir ja auch an der Ostküste wieder nach Norden fahren, durch die Länder, die wir jetzt ausgelassen haben? Jochen sagt immer "Man sieht!", so auch in diesem Fall.

 

Also, ich bin auch jetzt ein bisschen "viereckig" geschrieben, ich glaub, das ist bis jetzt die dickste mail an euch! Dann viel Geduld und Ausdauer beim Lesen, macht es richtig gut, bis bald,

Bina und Jochen

Redaktion:

Von: Alexander Wohlfarth

 
Links zum Thema:
Weitere Artikel zum Thema:


<< zurück zur Übersicht
 
In Kooperation mit

Das Buschtaxi-Treffen 2010 vom 10.-12. September 2010!
Abenteuer Allrad in Bad Kissingen - 03.-06. Juni 2010 - Besucht den Buschtaxi-Stand in der Mitte der Messe!
 
© 2000-2010 [www.buschtaxi.de] Alexander Wohlfarth
Impressum | Nutzungsrichtlinien | Copyright | Datenschutz |